Spitalplanung

Um eine bedarfsgerechte und effiziente Spitalversorgung zu gewährleisten, erteilt die Gesundheitsdirektion Leistungsaufträge an Spitäler und Kliniken. Dazu beurteilt sie die Wirtschaftlichkeit, Qualität und Wirksamkeit von Behandlungsangeboten. Zudem schätzt sie aufgrund der demografischen und medizintechnischen Entwicklung den künftigen Bedarf an Dienstleistungen im Zürcher Gesundheitswesen und fördert die hochspezialisierte Medizin an universitären Spitälern und spezialisierten Zentren. Die Planung ist auf 10 Jahre ausgerichtet.

  • Leistungsauftrag
    In den Spitallisten sind Spitäler und Kliniken aufgeführt, die vom Kanton Zürich einen Leistungsauftrag haben. Sie sind berechtigt zu Lasten der Obligatorischen Krankenpflegeversicherung abzurechnen und erhalten vom Kanton Zürich für die stationäre Behandlung der Zürcher Patienten einen Kantonsbeitrag.
  • Mindestfallzahlen
    In Leistungsaufträgen hält die Gesundheitsdirektion die Anforderungen an die Spitäler und Kliniken fest. Ein wichtiges Kriterium sind die Mindestfallzahlen, denn grundsätzlich gilt: Mit steigender Fallzahl steigt die Qualität der Behandlung und sinkt das Risiko, dass bei einem Eingriff Fehler passieren. Gleichzeitig ist es wichtig, dass dabei der Blick aufs Ganze nicht verloren geht. Die Grundversorgung soll weiterhin wohnortsnah stattfinden. Der Ausschluss von einzelnen Spitalleistungsgruppen kann schnell dazu führen, dass ein Regionalspital ganze Fachgebiete oder angrenzende Disziplinen verliert.
  • Ausbildungsplätze
    Die Spitäler sind verpflichtet, entsprechend ihren Möglichkeiten Ausbildungsplätze zu bieten. Damit soll sichergestellt werden, dass im Kanton Zürich künftig genügend Fachkräfte vorhanden sind. 
  • Patientenzahl wird wachsen
    Die Gesundheitsdirektion rechnet damit, dass im Jahr 2025 in Zürcher Spitälern fast ein Fünftel mehr Patienten stationär behandelt werden als heute. Durch die Verschiebung von stationären zu ambulanten Behandlungen wird es jedoch in Zukunft weniger Betten brauchen.

Spitalplanung 2022

Die Spitalplanung (Medienmitteilung der Gesundheitsdirektion vom 30.8.2018) ist mit umfangreichen Arbeiten und Änderungen verbunden. Sie erfolgt in drei Etappen. In einem ersten Schritt erstellt die Gesundheitsdirektion einen Versorgungsbericht. Dieser wird voraussichtlich 2020 in die Vernehmlassung gegeben. Anschliessend können sich die Leistungserbringer für die Spitallisten 2022 bewerben. Der Start des Bewerbungsverfahrens ist auf Herbst 2020 geplant. In der dritten Etappe werden die Leistungserbringer ausgewählt. Die Ergebnisse des Evaluationsverfahrens werden im Frühling 2021 in die Vernehmlassung gegeben. Sodass die neuen Spitallisten Akutsomatik, Rehabilitation und Psychiatrie per 1. Januar 2022 in Kraft treten können.

Bereits auf 1. Januar 2019 will der Regierungsrat gewisse Anpassungen an den Spitallisten vornehmen. Weil sich damit die Regeln während des Spiels ändern, haben die Regionalspitäler im Oktober 2017 Beschwerde erhoben.

 

«Es kann und darf nicht darum gehen, möglichst viele Vorschriften zu produzieren. Das verteuert das System unnötig. Sinnvoller ist es, mit sowenig Vorschriften wie möglich eine optimale Wirkung für den Patienten zu erzielen.»

Daniel Kalberer, Geschäftsleiter VZK

Forderungen des VZK

  • Die Grundversorgung erfolgt so patientennah wie möglich und ist deshalb regional zu verteilen.
  • Hoch spezialisierte Medizin ist auf wenige Standorte zu konzentrieren, wobei zentralen Lösungen der Vorzug zu geben ist, sofern nicht dezentrale Lösungen auf einem gleichwertigen Qualitäts- und Kostenniveau angeboten werden können. 
  • Die Listenspitäler untereinander sind mit gleichen Rechten und Pflichten ausgestattet, unabhängig von ihrer Trägerschaft oder Rechtsform. 

 

nachrichten

24.07.2018 | News

Mitten im Strukturwandel

Die Gesundheitsversorgung ist im Wandel. Interview mit Christian Schär, Präsident VZK, im Tagesanzeiger zur Spitalplanung- und finanzierung.

16.04.2018 | News

Kriterium für die Steuerpflicht

Ob ein Spital steuerpflichtig ist oder nicht, soll weiterhin von der Gewinnverwendung abhängen.

20.12.2017 | Medienmitteilung

Qualität und Kostenbewusstsein

Die zhaw hat im Auftrag der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich eine Studie durchgeführt. Der VZK nimmt Stellung dazu.

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