Pflegezentren

Im Kanton Zürich gibt es über 200 Betriebe in der Langzeitversorgung. Die Patienten können ihr Pflegeheim frei wählen. In den Pflegeheimen zahlt die obligatorische Krankenpflegeversicherungen für die pflegerischen Aufwendungen. Die nicht gedeckten Kosten für die Betreuung, Hotellerie und Verwaltung müssen die Bewohnenden selbst begleichen. 

Finanzierung auf einen Blick

Da die Bewohnenden nicht nur für die Pflege, sondern auch für Betreuungs- und Pensionskosten aufkommen, tragen Sie den grössten Teil der Kosten. Hingegen geht die Kostensteigerung in der Pflege zu Lasten der Gemeinden. Das liegt daran, dass ihr Beitrag variabel ist.

An die Pflegekosten bezahlen Krankenkasse und Bewohnende einen fixen Anteil. Den Rest der Kosten trägt die Gemeinde. Betreibt sie das Heim selbst, muss sie ein allfälliges Defizit ausgleichen. Hat sie einen Leistungsauftrag mit dem Heim, dann bezahlt sie die Differenz zum ausgehandelten Tarif. Handelt es sich um ein Heim, das nicht von der Gemeinde betrieben wird und mit dem auch kein Leistungsauftrag besteht, kommt das sogenannte Normdefizit ins Spiel.

Normdefizit = Maximalbeitrag der Gemeinde für Heime ohne Leistungsauftrag
Das Normdefizit bezeichnet den Preis, den die Gemeinde maximal zahlen muss. Der Kanton errechnet diesen Wert über die Normkosten. Die Normkosten entsprechen den Pflegekosten jenes Heims, das in der Mitte zwischen dem günstigsten und dem teuersten liegt. Zieht man von den Normkosten den Anteil ab, den die Patienten und Krankenversicherer bezahlen müssen, ergibt sich daraus das Normdefizit. Es ist eine Art Kostendach, welches die Gemeinden davor schützt, den vollen Preis eines teureren Heimes bezahlen zu müssen. 

  Pflege Betreuung / Hotellerie
Bewohner/in ja - fixer Beitrag
(CHF 6.20 oder CHF 21.60/Tag)
ja
versicherung

ja - fixer Beitrag
(12 Pflegestufen, zwischen CHF 9.00 und 108.00)

nein
Gemeinden

ja - variabler Beitrag
als Betreiber:  Restkosten
mit Leistungsauftrag:  effektive Pflegekosten / ausgehandelte Taxe
ohne Leistungsauftrag: max. bis zur Höhe des Normdefizits

nein

 

Angebot und Planung

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in den Pflegeheimen hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Zudem können heute immer mehr Menschen länger in ihren eigenen vier Wänden wohnen oder wieder dorthin zurückkehren, weil in den letzten Jahren die Spitexleistungen stark ausgebaut wurde. Frühere Studien liessen diese Entwicklungen nicht erkennen, weshalb heute eine Überkapazität an Pflegebetten besteht. 
 
Mit der demografischen Alterung einhergehend stark wachsende Pflegebedarf dürfte dazu führen, dass sich der Anteil der Ausgaben für Pflegeheime und Spitex signifikant erhöhen wird. Pflegeheime fokussieren sich heute zumeist auf die Bereiche Rehabilitation, Palliative Care oder Demenz.

Forderungen des VZK

  • Überregionale Bedarfsplanung für spezialisierte Pflegeheimplätze
  • Die Restkostenfinanzierung muss neu geregelt werden