Ambulant vor stationär

Der Kanton Zürich muss sparen. Eine Massnahme der Leistungsüberprüfung 2016 ist die Förderung der ambulanten Behandlungen im Spital. Das bedeutet, dass der Kanton ab 1. Januar 2018 gewisse stationären Behandlungen nicht mehr zahlt, wenn man sie auch ambulant durchführen könnte. Ausnahmen sollen möglich sein: Ein stationärer Aufenthalt ist beispielsweise sinnvoll bei Patienten mit Mehrfacherkrankungen, besonders schweren Erkrankungen oder wenn bestimmte soziale Umstände vorliegen.

WO LIEGEN DIE UNTERSCHIEDE?

  Ambulant* Stationär
Bedeutung

Spitalbehandlung ohne Übernachtung

Spitalbehandlung mit Übernachtung
Kostenübernahme Zu 100 % über die Versicherung
 
Kosten für den Patienten:
Selbstbehalt und Franchise

Mind. 55% durch den Kanton, der Rest durch den Versicherer
 
Kosten für den Patienten:
Selbstbehalt und Franchise

Kostendeckung ** 85% 96%

* Im ambulanten Bereich bestehen neben dem Tarifsystem für ärztliche Leistungen weitere für Logopädie, Ergotherapie, etc. 
** in den Spitälern des Kantons Zürich (Grundversicherung), Zahlen aus dem Jahr 2016

FORDERUNGEN DES VZK

Ambulant vor stationär ist volkswirtschaftlich betrachtet eine sinnvolle, korrekte Stossrichtung. Trotzdem sind für die Einführung einer Indikationsliste für ambulante Behandlungen gewisse Rahmenbedingungen notwendig.

  • Weil die Tarife im ambulanten Bereich die Kosten nicht decken, besteht ein Anreiz zu mehr stationären Behandlungen. Der VZK setzt sich dafür ein, den Taxpunktwert für ambulante ärztliche Leistungen zu erhöhen. 

Inzwischen erfüllt sind die folgenden Forderungen des VZK:

  • Die Spitäler unterstützen das grundsätzlich Anliegen der Gesundheitsdirektion, mehr Behandlungen ambulant durchzuführen. Die Vertreter aus dem VZK sollen miteinbezogen werden: Damit die Liste von ambulant durchzuführenden Behandlungen in der Praxis zweckmässig, praktikabel und effizient umgesetzt werden kann. 
  • Die Form der Behandlung im Spital ist von Ärztinnen und Ärzten nach medizinischen Kriterien zu entscheiden. Kantonale Vorgaben können und dürfen diese Verantwortung und Kompetenz nicht einschränken. 
  • Mit medizinischem Expertenwissen und unter Einbezug der Spitäler sind die Indikationen und die Ausnahmen gemeinsam zu bestimmen. Die vorwiegend ambulante Behandlung der jeweiligen Indikationen muss hinreichend durch wissenschaftliche Studien belegt sein.
  • Der administrative Aufwand soll möglichst klein sein: Ausnahmen sollen nicht in jedem Fall begründet werden müssen. Beispielsweise wäre ein Kontingent für «Ausnahmefälle» ohne Begründung eine verträgliche Lösung.
News

16.06.2017

Medienkonferenz Gesundheitsdirektion

Kategorie: News

Die Gesundheitsdirektion präsentiert am 16. Juni 2017 die Umsetzung von "ambulant statt stationär".

12.06.2017

Ambulant vor stationär tritt ab 1.1.2018 in Kraft

Kategorie: News

Ab 2018 sollen Behandlungen vermehrt ambulant statt stationär durchgeführt werden. Der Kantonsrat stimmt der dafür notwendigen Änderung des Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetzes (SPFG) am 12. Juni 2017 mit 142 zu 17 Stimmen zu.

10.04.2017

Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetz

Kategorie: News

Der Kantonsrat hat in der ersten Lesung dem Antrag der Gesundheitsdirektion zugestimmt, dass gewisse Behandlungen künftig ambulant statt stationär vorgenommen werden müssen.