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Spitalplanung – Quo Vadis?

3. Juli 2022
Im Frühling hat die Gesundheitsdirektion die Spitalplanung 2023 in die Vernehmlassung geschickt. Der prognostizierte Mehrbedarf bis 2032 beträgt 21%. Wie kann dieser gedeckt werden?

Im Frühling hat die Gesundheitsdirektion die Spitalplanung 2023 in die Vernehmlassung geschickt. Der prognostizierte Mehrbedarf bis 2032 beträgt 21%. Dieser wird getrieben durch die zunehmende Spezialisierung der Medizin, das Bevölkerungswachstum und die demografische Entwicklung der Bevölkerung. Der Anteil an älteren Patientinnen und Patienten wird stetig zunehmen. Umso wichtiger ist der geplante Ausbau von Angeboten im Bereich der Altersmedizin. Die Nähe zum gewohnten sozialen Umfeld ist gerade für ältere Patientinnen und Patienten ein entscheidender Genesungsfaktor. Vor diesem Hintergrund sind die angedrohten Schliessungs- oder Teilschliessungsentscheide zu bedauern.

Unabhängig von der Spitalplanung ist die Zukunft der Zusatzversicherungen ein Dauerthema. Die Einnahmen aus den Zusatzversicherungen sind für Spitäler zur Zukunftssicherung äusserst wichtig. Die Mehrwerte der Zusatzversicherung müssen transparent sein, das verlangt die Finanzmarktaufsicht. Markus Bircher, CEO des See-Spitals, stellt im Interview mit dem VZK fest, dass die Nachfrage nach mehr Komfort, grösserem Therapieangebot oder verbesserter Zugänglichkeit zu medizinischen Leistungen ungebrochen ist.

Wie wichtig es ist, dass Spitäler auch in Zukunft gewinnbringend wirtschaften können, zeigen jüngste Zahlen zur wirtschaftlichen Bedeutung des Zürcher Spitalwesens. Die Zürcher Spitäler sind nicht nur ein wichtiger regionaler Wirtschaftsmotor. Ihre Bedeutung geht über die Kantons- und Branchengrenzen hinaus. Die gesamte Wertschöpfung des Zürcher Spitalwesens beläuft sich auf 5,1 Milliarden Franken. Davon entfallen rund 1,5 Milliarden auf mit dem Spitalwesen verknüpfte Branchen. Die Zürcher Spitäler sind auch wichtige Arbeitgeber: 2019 arbeiteten rund 33’000 Personen im Kanton Zürich in einem Akutspital, einer Rehabilitationsklinik oder einer psychiatrischen Klinik. Die Spitzenqualität der Zürcher Spitäler hat zudem positive Effekte auf die Standortattraktivität des Kantons, was sich wiederum positiv auf die Gesamtwirtschaft auswirkt.